Folgend unser Konzept zur “Gesunden Schule“ (Auszug aus dem Schulprogramm):

7.1. Die bewegte Brückenschule

Schule in Bewegung bedeutet mehr als die Kinder in der Klasse oder auf dem Schulhof herumspringen zu lassen. Es geht nicht nur darum den Schülern zu helfen dem Unterricht nach einer Bewegungsphase wieder konzentrierter folgen zu können, sondern Bewegung soll ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Schule sein.

Der Unterricht wird an der Brückenschule durch einen kind- und lerngerechten Rhythmus, durch bewegtes Lernen, bewegte Pausen und die Öffnung von Schule verändert. Bewegung wird sinnvoll in alle Bereiche des täglichen Lebens und Lernens integriert. Dies steigert das Wohlbefinden der Kinder und ermöglicht so effizientes Lernen. Gerade unkonzentrierten Kindern verhilft das Lernen mit Bewegung zu einer höheren Konzentrationsfähigkeit.

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Auch heute gibt es Kinder die nachmittags draußen spielen oder einen Sportverein besuchen, doch die Zahl der Kinder, die sich verstärkt sitzend mit multimedialen Angeboten beschäftigen nimmt immer mehr zu. Hinzu kommt, dass im ländlichen Raum immer weniger Spiel- und Erfahrungsräume vorzufinden sind oder Erwachsene zu Überbehütung neigen. Die Kinder werden somit in ihrem spontanen Bewegungstrieb eingeschränkt. Der Transport zu Nachmittagsaktivitäten oder sogar zur Schule findet oft mit dem Auto statt.

Diese Entwicklungen führen dazu, dass bereits bei Schulanfängern Haltungsschwächen, Koordinationsdefizite wie Gleichgewichts-, Reaktions- oder Orientierungsprobleme oder auch Herz- Kreislauf- Schwächen diagnostiziert werden. Viele Kinder haben bereits Übergewicht.
Die oft hinzukommende eingeschränkte Interaktion mit Gleichaltrigen kann zu sozialen und kognitiven Defiziten führen.

Der Sportunterricht allein kann den Bewegungsbedürfnissen der Schüler nicht gerecht werden, deshalb erhält die Bewegungsförderung in der Schule eine immer größere Bedeutung. An der Brückenschule wird das Bewegungsangebot unter anderem durch eine 3. Sportstunde und sportliche Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag erweitert.
Ihre besondere Bedeutung findet die tägliche Bewegungszeit im Rhythmus zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen Konzentration und Erholung. Dauer und Ablauf von Bewegungsphasen können unterschiedlich sein und reichen von kurzen Auflockerungen im Klassenraum über längere Bewegungszeiten auf dem Schulhof. Der Bewegungsdrang kann passiv (Entspannung) oder aktiv (Bewegung) aufgefangen werden. Je nach Gegebenheiten der Klasse wählt die Klassenlehrerin die passenden Spiel- bzw. Entspannungsangebote frei aus.
Hierzu findet ein regelmäßiger Austausch der Ideen zwischen den Kollegen statt. In jeder Klasse stehen eine Bewegungskartei, verschiedene Brain- Gym- Angebote, Ideen für bewegte Lernspiele, Bewegungs- CDs und einige Bewegungskalender von Dorothea Beigel zur Verfügung.

Seit Beginn des Schuljahres 2016/2017 nimmt das ganze Kollegium der Brückenschule an der Fortbildung „Bildung kommt ins Gleichgewicht“ teil. Die Fortbildungsreihe umfasst 5 Fortbildungstage und wird Ende 2017 abgeschlossen sein. Inhaltlich wird das Bewegungs- und Gleichgewichtsprogramm nach Dorothea Beigel eingeführt und besprochen. Jede Klasse hat einen Bewegungskalender erhalten, um die lernunterstützenden Übungen in der Klasse durchführen zu können. Vor jeder Schulstunde wird mit den Kindern eine kleine Gleichgewichtsübung durchgeführt. Studien belegen, dass hierdurch die Schulleistungen verbessert werden können und die Lernmotivation steigt.

Ebenfalls hat das gesamte Kollegium auch an der Fortbildung „Beweg dich, Schule!“ teilgenommen. Hier haben wir für den Unterricht eine enorme Anzahl an Spielen, Übungen und anderen Anregungen erhalten, die man schnell und zwischendurch im Unterricht einsetzen kann. Jede Klassen hat hierzu auch ein Buch erhalten, in dem man die Ideen nachlesen kann.

Für akute Fälle von Haltungsschäden oder Bewegungsproblemen bei Schülern hat das Gesundheitsteam einen Leitfaden erstellt, der bei Bedarf eine große Hilfe sein kann. Hiermit können die Eltern optimal beraten werden.

Im Schulprogramm findet man den Aspekt Bewegung an vielen Stellen wieder. Nachfolgend eine Übersicht die deutlich macht wie die Brückenschule sich „bewegt“.

Bewegungspausen

  • aktive Pause
  • Spielekisten in jeder Klasse (Bälle, Seile, Federballset, Tischtennisset, Frisbee, …)
  • Holzspielgeräte, Motopädagogische Spielgeräte (Roller, …)
  • Spielfelder auf dem Schulhof
  • Spielhaus Rossdörfchen (Roßdorf)
  • Rutsche, Kletterhang, Fußballfeld (Roßdorf)
  • Klettergerüst/ Turnstangen (Nord)
  • Tischtennisplatten (Nord)
  • gezielte Bewegungseinheiten während des Unterrichts
  • (Lern-)Spiele
  • Bewegungslieder (CD)
  • Brain- Gym/ Entspannung
  • Bewegungskartei in jeder Klasse
  • Bewegungskalender zur Förderung des Gleichgewichts


Bewegung durch Organisation

  • freie Arbeitsformen (Stationen, Werkstattarbeit, Tagesplan, Lerntheken, …)
  • Wechsel der Sozialformen (Partnerarbeit, Gruppenarbeit, …)
  • verschiedene Varianten von Sitzkreisen (Boden, Tisch, stehend, Kino, …)
  • eigenständiger Zugang zu Arbeitsmaterialien (holen, statt austeilen, Infoecken, …)
  • bewegungsfreundliche Klassenraumgestaltung (Rückzugsecken, Materialsammlungen, Freiflächen, Gruppenräume, …)
  • Nutzung verschiedener Lernorte (Medienraum, Musikraum (Nord), Unterricht im Freien, Exkursionen, …)

Bewegung als Lernprinzip

  • Einbeziehung des Körpers in Merk- und Übungsprozesse (Silbenhüpfen, Buchstabenlaufen, 1x1- Reihen/Stellenwerte durch rhythmische Bewegungen, Gedichte/Lieder mit Gesten, …)
  • Verstehen durch Begreifen (Handlungsorientierung, Lernen mit allen Sinnen, Experimente, Rollenspiele, …)
  • Kooperative Arbeitsformen
  • „Bewegter“ Englischunterricht

Bewegung als Unterrichtsinhalt

  • dreistündiger Sportunterricht (klassische Übungen, Spiele, Bewegungslandschaften, freie Bewegungszeiten/Bewegungsstunde, …)
  • Aktionstag „Zu Fuß zur Schule- Autofrei, ich bin dabei!“
  • Bundesjugendspiele, Spiel-/Sportfeste
  • Schwimmunterricht
  • Teilnahme an der Schülerolympiade
  • Aktion „Skipping hearts“ (Deutsche Herzstiftung)
  • Aktion „Waveboard“
  • Aktion „HFV“
  • Wanderwoche
  • Zirkusprojektwoche alle 4 Jahre

Bewegung am Nachmittag

  • Kooperation mit Vereinen und verschiedenen Institutionen (verschiedene Arbeitsgemeinschaften)
  • Flöten-AG
  • Turn- AG
  • Kochen
  • Natur-AG
  • Werken-AG
  • Bewegungsangebote und Arbeitsgemeinschaften der Ganztagskräfte

Alle Aktionen, Schulfeste und Projekte enthalten in der Regel Elemente unserer Schwerpunkte Bewegung und Ernährung. (Genaueres siehe auch im nächsten Kapitel)